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Nicht alle europäischen Staaten ticken gleich!

June 20th, 2012 by

Hüten Sie sich davor, alle europäischen Staaten in einen großen Topf zu werfen. Die Unterschiede zwischen ihnen können beträchtlich sein und stellen entweder Chancen oder Gründe zur Vorsicht dar – wie die interaktive Grafik auf http://alphanow.thomsonreuters.com/2012/06/not-all-european-nations-are-created-equal/ zeigt.

Mit einer knappen Mehrheit für eine Koalition der Pro-Eurozone und Pro-Sparpolitik Parteien haben die griechischen Wahlen eine sechswöchige Phase der Unsicherheit beendet. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Nerven der Anleger in kürze von Schlagzeilen über die europäische Staatsschuldenkrise verschont bleiben werden. Die spanische Bankenrettung hat nicht Spaniens Finanzleiden gelöst, Italiens Probleme schlummern nur etwas abseits der Bühne und Griechenland ist weiterhin im Fokus.

Dennoch, während Investoren dazu tendieren, alle Europäischen Staaten in einen großen Topf zu werfen (und vorauseilend einen großen „Vemeide-Gefahr“ Aufkleber an deren Aktien und die meisten ihrer Anleihen heften), nicht alle ticken gleich.

Richtig, einige Peripheriestaaten der Eurozone verdienen es wahrscheinlich, mit Vorsicht behandelt zu werden, wenn es um deren Aktien und Staatsanleihen geht. Jedoch nur weil ein Land zufällig geographisch in Europa liegt heißt das nicht, dass die Ansteckungsgefahr durch die Staatsschuldenkrise dieses Land stärker betrifft als zum Beispiel Indien, China oder Mexiko. Die Fundamentaldaten der europäischen Länder sind nicht alle gleich bärisch.

Die dargestellte Grafik (Quelle Thomson Reuters Datastream – interaktiv unter http://alphanow.thomsonreuters.com/2012/06/not-all-european-nations-are-created-equal/ ) gibt Ihnen die Chance, sich vertiefend mit den Unterschieden der europäischen Nachbarstaaten zu befassen – vom Wirtschaftswachstum über den Verschuldungsgrad, die Jugendarbeitslosigkeit oder den Zustand ihrer Banken und vieles mehr. Während die irischen Banken nahezu ihre gesamte Marktkapitalisierung seit 2007 verloren haben erscheinen tschechische Banken relativ robust. Seit 2007 hat Polen trotz der Finanz- und Staatsschuldenkrise zweistelliges Wachstum generiert. Deutschland ist nicht das einzige Land, dessen Renditen durch den Drang der Investoren nach Sicherheit zusammengepresst wurden: die schwedischen und dänischen Renditen bewegen sich auf Rekord-Tiefständen. Die interaktive Grafik weist auch auf verblüffende Anomalien hin: trotz der 10,9%igen Arbeitslosigkeit in Ungarn (und der Tatsache, dass 26,7% der unter 25jährigen arbeitslos sind) ist das Verbrauchervertrauen in Ungarn seit 2007 gestiegen, während es in offensichtlich robusteren Ländern wie Schweden oder auch Österreich gefallen ist.

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